Tag 1 – Anreise bis nahe Sarajevo
Am Freitag starten wir unsere Reise von zu Hause in Richtung Bosnien. Unser Tagesziel liegt in der Nähe von Sarajevo, genauer gesagt bei Visoko.
Für die erste Nacht finden wir einen einfachen, aber sehr empfehlenswerten Campingplatz.
Die Konditionen sind unschlagbar:
- 25 € pro Auto
- Übernachtung mit Strom und allem Drum und Dran
- In der Früh bringt der Besitzer frische Brötchen
- Bier ist gratis
Ein kleines Manko gibt es allerdings: Es gibt nur eine einzige WC-Toilette. Trotzdem sind wir zufrieden – für die erste Nacht auf der Reise ist der Platz ideal.
Tag 2 – Sonnenpyramide, mystische Höhlen & Abenteuerfahrt nach Montenegro
Bevor wir weiterfahren, packen wir unser Quad aus und machen einen Abstecher zur sogenannten Sonnenpyramide und den Höhlen bei Visoko. Der Rundgang durch die Höhlen ist sehr interessant. Besonders beeindruckend ist ein Stein, von dem behauptet wird, er sei elektromagnetisch aufgeladen und gut für die Heilung.
Nach dem Besuch brechen wir auf Richtung Montenegro, Ziel: Žabljak. Die Route über Foča ist abenteuerlich – steile Straßen, enge Passagen und eine wilde Landschaft.
Unterwegs haben wir ein kleines Motorölproblem: Die Ölkontrollleuchte blinkt leicht. Nicht dramatisch, aber doch beunruhigend.
An der Grenze zu Montenegro wartet das nächste Highlight: die Überfahrt über die berühmte Tara-Schlucht mit unserem Wohnmobil und Anhänger. Es wird so eng und knifflig, dass der Zoll extra ausrücken muss, um den Verkehr zu regeln – spannend und nichts für schwache Nerven.
Danach geht es auf schönere Straßen durch eine beeindruckende Landschaft weiter nach Žabljak, wo wir gegen 19:00 Uhr ankommen. Der Campingplatz ist in Ordnung:
- Duschen sind teilweise kaputt
- WCs gibt es genug
- Aber: kein Spiegel zum Rasieren
Zu allem Übel bricht im Wohnmobil auch noch die Trinkwasserversorgung zusammen. Das Wasser ist nicht mehr in Ordnung, und wir nehmen uns vor, am nächsten Tag zu spülen und zu wechseln, damit wir wieder gutes Wasser an Bord haben.
Tag 3 – Panoramastraße, Nervenkitzel & Vollmond
Der Sonntag beginnt mit der Spülung unseres Wassertanks – dringend notwendig.
Danach machen wir uns auf den Weg zur „Panoramastraße 2“, die etwa 80 km lang ist und sich wirklich lohnt. Die Strecke ist wunderschön zu fahren, aber stellenweise ziemlich heftig. Brigitte hat zwischendurch „die Hose voll“, denn die Straße ist eng und die Steilhänge sind beeindruckend tief.
Dafür wird man mit grandiosen Ausblicken belohnt.
Zurück in Žabljak besuchen wir das Lokal „Deorro“.
- Essen: sehr gut
- Kellner: äußerst freundlich
- Und: Sie überreden uns zu einem großen Bier – wir lassen uns nicht lange bitten.
Müde von den Erlebnissen kehren wir zurück ins Camp. Abends genießen wir den Vollmond und eine Mondfinsternis – ein schöner Abschluss eines intensiven Tages.
Details zur Panoramastraße Nr. 2 Der Durmitor-Ring
- Beschilderung: Panoramic Roads No. 2
- Länge: 76 km (83 km inkl. Ćurevac)
- Route: Žabljak – Mala Crna Gora – Nedajno – Trsa – Pišče – Žabljak
Tag 4
Tag 4 – Tara-Brücke & Tiefblicke
Am Montag steht die berühmte Tara-Brücke auf dem Programm. Brigitte traut sich auf die Zipline über die Schlucht – ein Adrenalinkick mit traumhafter Aussicht.
Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher zum Aussichtspunkt Curevac. Von dort hat man beeindruckende Blicke in die tief eingeschnittenen Schluchten des Tara-Canyons. Die Natur ist überwältigend und zeigt Montenegro von seiner wildesten Seite.
Quelle: https://montenegro-experte.de/aktivitaten/wildwasser-rafting-auf-der-tara/
Natürlich gibt es auch viele Freizeitaktivitäten in der Tara Schlucht. Rafting, Zipline…
Tag 5 – Weiterfahrt zum Skadarsee & ein Stich beim Wein
Am Dienstag brechen wir vom Camp in Žabljak Richtung Skutarisee (Skadarsee) auf. Nördlich des Sees finden wir einen tollen Campingplatz, der uns sofort gefällt.
Gegen Abend fahren wir mit dem Quad in die nahegelegene Ortschaft. Eine kleine Bergstraße führt uns zu einem Weingut. Dort wird Brigitte von einer Wespe oder einem anderen Vieh gestochen. Der Weinbauer ist sehr nett und verkauft ihr prompt einen Honig – Heilmittel inklusive Verkaufsstrategie.
Wir fahren weiter in ein kleines Dorf, trinken dort ein vorzügliches Bier und machen uns anschließend auf den Rückweg zum Campingplatz.
Tag 6 – Wasserfall, Amazonas-Feeling & eine seltsame Polizeikontrolle
Nach einer erholsamen Nacht machen wir uns auf den Weg zu einem Wasserfall, etwa eine Stunde vom Campingplatz entfernt. Das Wetter soll in den nächsten zwei Tagen nicht besonders gut werden, aber wir sind mit Regenkleidung gut gerüstet.
Danach geht es weiter nach Rijeka Crnojevića, um einen Campingplatz anzuschauen und eine Bootstour auf dem Skadarsee zu machen. Die Tour ist ein Highlight:
- Landschaft wie im Mini-Amazonas
- Schilf, Wasserpflanzen, Vögel – sehr stimmungsvoll
Währenddessen schwillt Brigittes Fuß immer mehr an – offenbar die Folge des Stichs vom Weingut. Also machen wir uns auf die Suche nach einer Apotheke in Podgorica.
Anschließend tanken wir noch und treten die Heimreise ins Camp an. Auf dem Weg werden wir von der Polizei gestoppt und nach den Dokumenten gefragt. Als ich sie gerade herausgeben will, winkt uns der Polizist einfach weiter. Ein bisschen komisch, aber was soll’s.
Zurück im Camp kehren wir im Restaurant „Oberla“ direkt davor ein und essen zu Abend. Danach sitzen wir noch unter der Markise, trinken ein Bier und führen einen kleinen Krieg gegen die Gelsen. In der Nacht wird es stürmisch – Äste fallen von den Bäumen und es regnet durchgehend.
Tag 7 – Schmerzen, Regen & wenig Bewegung
Brigittes Fuß schmerzt weiterhin, sie ist verständlicherweise nervös.
Der Donnerstag verläuft eher ruhig. Wir verbringen den Tag größtenteils am Campingplatz, relaxen und tun nicht viel. Eigentlich hoffen wir, dass der Regen am Nachmittag nachlässt, um vielleicht noch eine kleine Tour zu machen, aber daraus wird nichts.
Das Einzige, was wir an diesem Tag wirklich unternehmen: Essen fahren. Und auf dem Rückweg ins Camp – wie sollte es anders sein – stoppt uns wieder die Polizei.
Tag 8 – Anreise nach Budva & Wein mit Aussicht
Am Freitag geht es weiter in Richtung Adriaküste: Ziel ist Budva. Die Anfahrt zum Camp „Seoce Budva“ ist brutal – steile und enge Straßen, nichts für schwache Nerven.
Nach dem Aufbau unseres Gespanns genießen wir die wunderbare Aussicht – die Mühe hat sich gelohnt. Dazu gönnen wir uns eine Flasche feinsten Wein. Wir lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Tag 9 – Serpentinen, Lovćen-Gebirge & teurer Fisch in Kotor
Gegen 11:00 Uhr starten wir mit dem Quad ins Lovćen-Gebirge. Die Serpentinenstraßen sind spektakulär und bieten grandiose Ausblicke auf die Bucht von Kotor. Wir machen zahlreiche Fotostopps – Motive gibt es genug.
Später fahren wir hinunter nach Kotor zum Abendessen. In einem Restaurant gönnen wir uns einen vorzüglichen Fisch. Die Rechnung hat es in sich:
- Preis: 135 €
- Fazit: Die wissen, was sie nehmen.
Anschließend geht es zurück ins Camp – insgesamt legen wir etwa 130 km mit dem Quad zurück. Leider ist es auf dem Rückweg schon dunkel, sodass wir die Aussicht nicht mehr genießen können. Brigitte ist von dem Tag ziemlich mitgenommen und geht bald schlafen.
Tag 10 – Altstadt Budva & Spaghetti im Bistro
Am Sonntag besuchen wir die Altstadt von Budva. Der Bummel durch die engen Gassen ist beeindruckend – alte Mauern, kleine Plätze, mediterrane Atmosphäre. Leider sind die meisten Geschäfte geschlossen.
In einem kleinen Bistro gönnen wir uns eine Portion Spaghetti mit selbst gemachten Nudeln und dazu ein kühles Bier. Wir schießen noch einige Fotos und machen uns dann wieder auf den Weg zurück ins Camp.
Dort relaxen wir bei bewölktem, aber angenehm warmem Wetter. Für den Abend planen wir Cevapcici, die wir uns bringen lassen.
Für den nächsten Tag ist eine ausführliche Besichtigung von Kotor und Perast vorgesehen.
Tag 11 – Kotor, Perast
Eigentlich steht am Montag ein kleiner Einkauf auf der Liste:
Zum Einkaufen kommen wir jedoch nicht. Stattdessen fahren wir wieder nach Kotor, besuchen die Altstadt und anschließend Perast, das malerische Städtchen an der Bucht.
Wie so oft wird die Zeit knapp und der Stau zurück zum Camp ist grenzenlos. Also entscheiden wir uns für eine Ausweichroute über die Berge. Auch dort gibt es Baustellen, aber immerhin kommen wir voran.
Tag 12 – Auf nach Biela & Fähre über die Bucht
Am Dienstag stehen wir früh auf und packen unser Wohnmobil, um nach Biela weiterzureisen. Um dorthin zu gelangen, überqueren wir die Bucht mit der Fähre – eine kurze, aber schöne Überfahrt.
Am Campingplatz angekommen, dauert der Aufbau rund zwei Stunden. Danach machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Biela, essen dort und gehen einmal einkaufen.
Abends trinken wir noch ein Bier und springen kurz ins Meer, bevor wir müde, aber zufrieden ins Bett gehen.
Tag 13 – Herceg Novi, Shopping & Muscheln
Am Mittwoch beobachten wir morgens erst einmal das Treiben am Campingplatz und waschen unsere Wäsche.
Gegen 12:30 Uhr brechen wir auf nach Herceg Novi. Die Tour führt uns über die Berge in die Stadt. Wir besuchen die schöne Altstadt mit ihrer Burg, genießen das Flair und Brigitte kleidet sich neu ein – inklusive neuem Rucksack.
Auf dem Rückweg kehren wir bei einer Fischerhütte ein und essen frische Muscheln – einfach, aber köstlich. Den Abend lassen wir mit einem Aperol Spritz gemütlich ausklingen.
Tag 14 – Blaue Höhle, U-Boot-Tunnel & ein knapp verpasstes Boot
Am Donnerstag steht eine Schiffstour auf dem Programm:
- Besuch der Blauen Höhle
- Besichtigung eines ehemaligen U-Boot-Tunnels
- Mittagessen in einem kleinen Ort
Der Tag beginnt allerdings etwas chaotisch: Wir verpassen beinahe das Boot, weil der Campingplatzbesitzer uns die Tickets nicht rechtzeitig gebracht hat. So fahren wir ihm hinterher bis zum nächsten Hafen, wo wir dann doch noch an Bord genommen werden.
Die Tour dauert etwa sechs Stunden und ist ein würdiger Abschluss unserer Reise: Meer, Felsen, Höhlen und Geschichte – Montenegro von seiner schönsten Seite.
Fazit
Unsere Reise durch Montenegro war:
- abenteuerlich (enge Schluchten, Serpentinen, stürmische Nächte)
- landschaftlich atemberaubend (Tara-Schlucht, Lovćen, Skadarsee, Bucht von Kotor)
- kulinarisch abwechslungsreich (Fisch, Muscheln, Cevapcici, Wein, Bier)
- mit kleineren Pannen (Ölwarnleuchte, Wassertank, geschwollener Fuß, Polizeikontrollen)
…aber genau das macht solche Touren unvergesslich.